Trauer motiviert
Shownotes
"Wir haben keinen Ort in unserer Gesellschaft, wo wir diese Gefühle mit anderen teilen können! Mein Plädoyer wäre dafür, uns einen Raum zu nehmen, wo wir gemeinsam von unseren schweren Gefühle erzählen."
"Die Rückseite von Trauer ist Liebe – wir trauern nur um das, was wir lieben und wütend sind wir, weil wir uns nach Gerechtigkeit sehnen."
Projekt von Lioba Dietz: Spirit and Soul
Zitat-Quelle: Joanna Macy (Pionierin der Tiefenökologie & „The Work That Reconnects“)
Mehr über die Villa Forde & Weiterbildungen: www.villa-forde.de
Transkript anzeigen
00:00:00: Dadurch, dass ich diese traurigen und anstrengenden Gefühle zulasse, verbinde ich mich auch mehr mit den anderen.
00:00:07: Ich hab diese Gefühlen ja nur weil ich mit fühle.
00:00:10: Das kann aber auch darin bestehen Widerstand zu leisten gegen Zerstörerisches.
00:00:14: Es ist irgendwie nicht stark.
00:00:16: Wenn jemand weint vor Leuten dann ist es nicht so zu sagen was hat die Person für eine große Liebe für die Welt oder wovon sie gerade
00:00:22: spricht?
00:00:23: Nachhaltig nachgedacht.
00:00:25: der Zukunftspotcast aus der Villa Forde.
00:00:29: Wie können wir mit
00:00:30: Trauer um unsere Umwelt umgehen?
00:00:33: Wo haben wir überhaupt Räume zum Trauern?
00:00:36: und wie kann uns Trauer vielleicht sogar Energie geben.
00:00:41: Das ist nachhaltig nachgedacht, der Zukunftspodcast aus der Villa Forde!
00:00:46: Ich bin Daniel Wunderer und ich such hier jeden Monat nach neuen Blickwinkeln auf das Morgen.
00:01:00: Die sich direkt selbst
00:01:01: vorstellt.
00:01:03: Also ich bin Liova und von meinem Beruf her bin ich evangelische Pfarrerin, ich war acht Jahre in einer Gemeinde.
00:01:13: Leite ist mittlerweile sechs Jahre ein Projekt, das heißt Spirit and Soul und da geht es um erfahrungsbezogene Spiritualität.
00:01:18: Also als Pfarrerin habe ich viel Übersachen gepredigt zum Beispiel Liebe Deinem Nächsten wie Dich selbst Und ich finde das großartig.
00:01:25: aber ich hab mich ganz oft gefragt Wie geht es eigentlich praktisch?
00:01:28: Wir lernen wir denn uns selber zu lieben und wir lernen wir freundlich zur anderen zu sein die vielleicht ganz anders sind als wir und Das interessiert mich dafür Räume zu schaffen dass zu erkunden erfahren, das zu erleben.
00:01:42: Dazu gucken was hilft uns dabei liebevoller mit uns selber und mit anderen zu sein und auch mit der Erde von der wir leben und mit der wir Leben?
00:01:49: Das ist so mein Hintergrund Und
00:01:52: der hatte ich aber jetzt noch nicht ganz konkret nach vordergeführt sondern im Training des Transformational Leadership heißt Es klingt nach zwei tollen Worten aus dem Projektantrag.
00:02:04: Kannst du uns ein bisschen erklären?
00:02:06: Was verbirgt sich dahinter?
00:02:08: Ja, das stimmt.
00:02:09: Das sind zwei große Worte.
00:02:11: und hinter diesem Transformation Leadership verbirgt sich ein Ansatz zur Leitung zu Verantwortung übernehmen der stark davon ausgeht, dass man mit anderen Leuten zusammen schöne Ziele erreichen kann.
00:02:27: Und die Frage ist wie das geht?
00:02:28: Also ich selber komme ja auch aus dem Non-profit Bereich – Die Kirche gehört ja auch dazu und ich habe viele Freundinnen und Freunde, die in dem Bereich von sozialökologischer Transformation unterwegs sind auf die ein oder andere Weise.
00:02:39: und da ist ja die Frage wenn wir das nicht alleine machen sondern in Gruppen Wie strukturieren wir diese Gruppen ?
00:02:46: Wie leiten wir die Gruppen?
00:02:47: ,wie leiten wird die Organisationen, wie leiten mir die Teams sind.
00:02:51: Und da gibt es eben so einen wunderschönen Ansatz, der Transformational-Ansatz nämlich wo es darum geht nach innen zu gucken.
00:02:58: zum einen was motiviert mich überhaupt an diesen Themen dran zu sein und wie kann ich mit anderen zusammen die Welt besser machen?
00:03:07: Und bei den anderen auch diese innere Sehnsucht ansprechen ein Beitrag leisten zu wollen für wir gerechter machen wollen, liebevoller, schöner.
00:03:22: Und darum geht's!
00:03:23: Also es geht um Innenschau in dem Training aber es geht natürlich auch um praktische Tools.
00:03:26: Es geht um beides
00:03:27: dann.
00:03:28: Was ja auch alle die irgendwie in der Bildungsarbeit tätig sind glaube ich brauchen können also einerseits eine Innen-Schau.
00:03:36: Warum mache ich das Ganze hier?
00:03:38: Was ist meine Haltung, die ich mitbringe.
00:03:40: Und ja schon auch da sind vielleicht andere Tools oder es sind mir Sicherheit andere Tools als was ich brauche um ein Team oder eine NGO zu führen.
00:03:48: aber ich brauch auch Tools und Gruppen zu führen und zu leiten.
00:03:52: Du hast schon gesagt wie kann ich mit anderen zusammen die Welt besser machen?
00:03:56: Ich glaube dass wer war's was wir BNE-Aktörerinnen auch immer voneinander
00:03:59: behaupten
00:04:00: dass wir die welt besser machen würden wollen.
00:04:05: Aber wie würdest du dabei deine Haltung, also was ist es die Welt besser machen?
00:04:10: Weil is' die weltbesser.
00:04:12: Und welche Haltung hast Du dabei?
00:04:15: Also das ist echt eine sehr große Frage gerade und ich merke wenn Du das so beschreibst... dass ich auch so ein Gefühl von großer Nachdenklichkeit bis Traurigkeit bekomme, weil ich und viele andere du ja auch und viele die das hier hören schon so lange an den Themen dran sind.
00:04:32: Und eigentlich könnte man ja meinen jetzt wird es irgendwie besser aber irgendwie habe ich zumindest gerade das Gefühl, es wird alles viel schlimmer.
00:04:38: oder wir sehen die Folgen des Handelns von vor vierzig Jahren und heute und in vielen Bereichen wissen wir sehr genau was wir machen müssen klimamäßig Und es wird gerade erst recht nicht gemacht.
00:04:49: Das ist total bitter, das auszuhalten und in dieser Situation finde ich es oft fast noch schwerer irgendwie so eine Haltung zu bewahren.
00:04:57: Es gibt eine Denkerin die mich sehr inspiriert hat, die heißt Johnna Macy.
00:05:02: Ich sage mal dieses Zitat was schon eine Weile mit mir geht weil das nämlich wirklich auch davon ausgeht dass die Zukunft offen ist.
00:05:09: und zwar sagt sie wir wissen nicht ob wir Hebammen einer zukünftigen Welt oder Sterbebegleiterinnen einer dahin schwindenden Welt sind.
00:05:22: Wir wissen es nicht, aber was immer kommt?
00:05:26: Wir können in Liebe und Schönheit da sein und
00:05:29: handeln.".
00:05:30: Und das ist so ein Satz der mir – ich mein Trost ist ein großes Wort – aber der mir schon eine Orientierung gibt weil ich manchmal auch mal vor der Zukunft fürchte und wir wissen ja auch nicht, ob's am Ende gut ausgeht für die Menschen, für die, die wir leben, Tiere für die Pflanzen, für die Erde insgesamt.
00:05:45: Die Zukunft ist offen aber worauf wir uns immer wieder besinnen können es diese Liebe und Schönheit, wenn wir das so wollen oder so.
00:05:53: Aber wirklich auch sozusagen liebevoll zu uns selber zu sein, auch in der Überforderungen und wenn es uns zu viel ist und auch liebevoll zum anderen seien die vielleicht auch manchmal komische Sachen machen oder Kompromisse eingehen, die wir vielleicht nicht eingehen würden Und immer wieder versuchen diese liebevolle Haltung zu kultivieren und dann daraus zu handeln.
00:06:09: und dieses Handeln kann total klassisch liebevoll sein im Sinne von Strukturen aufbauen die besser sind, die nachhaltiger sind und das kann aber auch darin bestehen Widerstand zu leisten gegen zerstörerisches Verhalten.
00:06:26: Oder du hast ganz viel aufgemacht?
00:06:27: Ich weiß gar nicht wo ich alles einhaken könnte.
00:06:29: Die Zukunft ist offen Liebevoll in der Überforderung mit sich sein Und was mich sofort noch mitnimmt oder anspricht ist damit umgehen wenn andere Kompromisse machen die wir nicht mit gehen würden.
00:06:44: Ich sag
00:06:48: jetzt mal, Klima bewegt
00:06:49: ein Bubble gerade ganz groß haben.
00:06:51: Im politischen ist es dann immer die Frage, geh ich in eine Regierung rein oder nicht?
00:06:57: Kann ich das aushalten was ich da an Kompromissen machen möchte?
00:07:00: Viel Kompromiss!
00:07:02: Jetzt gibt's eine Kategorie, die hat einfach nur Entwederoder.
00:07:08: Das tut allen weh, ich weiß... Es gibt jetzt fünf Entweder-Oderfragen.
00:07:13: Du entscheidest dich für eine Sache und du hast einen Darfst.
00:07:16: noch ein Argument dafür bringen, ja?
00:07:18: Warum und du hast eine Minute Zeit.
00:07:31: Also bei mir ist es Papiernotizbuch weil ich so ein haptischer Typ bin.
00:07:34: Ich fasse die Sachen gerne an Und ich mag das wenn so Papier knistert und so ein dickes Papier ist und ich drauf schreiben kann.
00:07:40: Ich habe immer noch den Papierkalender.
00:07:43: Ein Wochenende im Tiny House am Hafenufer Oder ab zur Großdemo am Brandenburger Tor.
00:07:54: Also nachdem ich gerade in meiner Demo am Sonntag war, auch am Brandeburger Tor da ging es darum um sexualisierte und digitale Gewalt zu stoppen und da endlich eine gute Gesetzgebung hinzukriegen würde ich jetzt bei der Frage sagen das Tiny House weil das sozusagen... Das eine hatte schon und das Tiny house an der Havel habe nicht so.
00:08:10: Im guten Wechsel die Demo und das tinyhouse.
00:08:14: E-Mail schreiben oder direkt anrufen?
00:08:18: Im Zweifelsfall anrufen, weil ich dann auch gleich die Reaktion des anderen mitbekomme und manchmal sich die Sachen so besser klären lassen.
00:08:26: Fokus auf das Individuum oder auf die Struktur?
00:08:29: Auf die Strukturen!
00:08:31: Ja, weil wir können noch so viel Müll sammeln und Müll trennen – das mache ja auch uns alles total wichtig.
00:08:37: aber ich bin ja von meiner Ausbildung her auch noch Volkswirtin und mich interessieren wirklich diese großen Strukture und wir müssen an diesen großen Struktur dran und deswegen
00:08:45: ...die Struktur Gerade auf die Frage, ich wollte die Freunde schon fast einwerfen.
00:08:52: Wütend aus Überzeugung oder hoffnungsvoll aus Prinzip?
00:08:58: Wütend.
00:08:58: Was war das?
00:08:59: Aus Überzeugung oder
00:09:00: Hoffnungsvollausprinzip?
00:09:01: Ja,
00:09:02: also hoffnungsfull ausprinziert.
00:09:04: Da bist du bei mir in der falschen Adresse... Ich bin zwar Pfarrerin und da spielt Hoffnung ja auch eine große Rolle aber ich kann damit nicht mit, wenn es ausprincipt ist weil da fehlen mir die Gefühle!
00:09:14: Und wenn ich verzagt, verzweifelt und traurig bin dann soll ich das auch sein dürfen.
00:09:19: und deswegen wenn ich wo diese Weile gestellt werde, dann eher Wut aus Überzeugungen Oder war das
00:09:24: das?
00:09:24: Ja, Wut aus Überzeugung.
00:09:26: Vielleicht ganz so auch Wut-aus-Prinzip
00:09:27: ... Nee, nee!
00:09:30: Gefühle kommen und gehen.
00:09:31: Und es ist wichtig, aus meiner Sicht, dass wir die Gefühles da sein lassen wie sie sind wenn Sie da sind.
00:09:38: Das heißt nicht immer aus Gefühl handeln sollen.
00:09:40: Wir sollen nicht dauernd aus Wut handeln oder anschreien.
00:09:43: Aber das Gefühl als solches zu spüren und dass es da sein darf, das ist für mich Befreiungsarbeit.
00:09:50: Das waren die fünf entweder oder jetzt.
00:09:57: du darfst wieder länger, aber wir bleiben bei den Gefühlen.
00:10:02: glaubst Du dass wir in unserer Arbeit Wir würde ich jetzt sagen in unserer Bildungsarbeit.
00:10:09: Du arbeitest ja auch mit Gruppen Den gefühlen oder den negativen gefüllen zu wenig raum
00:10:15: geben
00:10:16: Ja total Total.
00:10:17: Wir haben keine Ort in der Gesellschaft, wo negative Gefühle... Also ich sage ja doch, wo negativ oder negativ konnotierte Gefühlen sein dürfen?
00:10:25: Ich mache mal ein Beispiel!
00:10:26: Ich bin ja Pfarrerin wenn jemand stirbt dann wird die Person beerdigt und dann haben wir in der Kirche dafür auch einen Ort und ein Ritual und eine Beerdigung usw.
00:10:36: So weit so gut.
00:10:37: aber wenn irgendwas passiert was uns total erschüttert was uns auch traurig macht, wie zum Beispiel wenn wir irgendwie von einem Waldbrand hören in der Gegend oder von woanders.
00:10:49: Oder wenn Atomkraftwerk in die Luft geht oder wenn ein Krieg beginnt oder ein schlimmes Attentat passiert oder so dann spüren wir alle möglichen sogenannten negativen Gefühle von Trauer, von Angst vielleicht auch von Wut, vielleicht von Lehre und wir haben keinen Ort in unserer Gesellschaft wo wir da hingehen können.
00:11:10: Oder wenn wir wieder den nächsten Bericht hören, wie es um die Zukunft der Umwelt und der Arten usw.
00:11:15: bestellt ist?
00:11:16: Und wenn uns das berührt... Wir haben keinen Ort wo wir diese Gefühle mit anderen teilen können!
00:11:22: Das ist so wichtig, dass wir damit nicht alleine bleiben aus zwei Gründen.
00:11:28: Also ich kann das immer von mir reden, wenn ich zum Beispiel auch schlechte Nachrichten in der Zeitung lese.
00:11:31: Dann hab' ich halt oft das Gefühl, oh Mann!
00:11:33: Ich wär traurig, dass ist mir alles zu viel... ...ich würde es alles gar nicht mehr wahrnehmen.
00:11:37: Aber irgendwie die anderen scheint es ja gar nichts zu stören.
00:11:39: Die Welt funktioniert so weiter wie bisher und die Leute reden über andere Sachen und es geht einfach so weiter nur.
00:11:45: Ich bin irgendwie komisch, dass es mir was ausmacht Und dafür ist es total wichtig, nicht alleine zu bleiben und diese negativen sogenannten negative Gefühle mit andern austauschen.
00:11:54: Es gibt aber noch einen anderen Grund und zwar ist es ja so, dass halt ein bisschen damit zusammen wäre.
00:12:00: Wir eigentlich selber glauben das wir sind und in der westlichen Gesellschaft werden wir starkst so als Individuen aufgezogen und dass wir so einzigartig und speziell sind und sind wir auch irgendwie.
00:12:12: aber wir sind halt auch viel mehr miteinander verbunden als wir denken.
00:12:15: und wenn ich zum Beispiel jetzt traurig werde nicht Zeitung lese und damit nicht alleine bleibe sondern zb irgendwo hingehen und mit anderen Teile sei es im Freundeskreis oder Bei uns an der Kirche gibt es auch extra Veranstaltungen dafür.
00:12:27: Damit ich nicht alleine bleibe, dann merke ich... Okay!
00:12:30: Ich bin nicht so komisch, ich bin nicht sonderlich und die anderen funktionieren alle weiter sondern den anderen macht das genauso viel aus wie mir.
00:12:39: Und dadurch dass sich diese traurigen und anstrengenden Gefühle zulasse verbinde ich mich auch mehr mit den anderen, weil ich habe diese Gefühle ja nur ...weil ich mit fühle.
00:12:50: Weil ich mich irgendwie verbunden fühle!
00:12:52: Weil ich mir irgendwie mit der...mit den Tieren die aussterben, die bedroht sind, mit den Tiern, die in einer Massentierhaltung sind und irgendwie verbundene Fühle und damit fühle.
00:13:03: Und wenn ich diese Gefühle wegmache, dann schneide ich mich auch von dieser Verbundenheit ab.
00:13:08: Wenn ich aber diese Gefülle zulasse, pflege ich die Verbundenkeit und spüre mich nicht nur als einzelner Mensch sondern als Teil des Gewebe des Lebens, vom Netz des Lebens oder der Schöpfung wie immer was für Begriffe wir dafür verwenden wollen.
00:13:24: Und wenn Ich mich als Teil von den ganzen Fühlen verstehe ich mich anders und werde perspektivisch anders handeln.
00:13:31: Das ist auch noch so.
00:13:32: ein weiterer Grund, warum ich das so wichtig finde.
00:13:34: Den mit dem Schmerz um die Welt nicht alleine zu bleiben.
00:13:38: Also bräuchte es Trauerräume der Nachhaltigkeit?
00:13:43: Ja total!
00:13:45: Es gibt es auch in der Klimabewegung.
00:13:46: an manchen Stellen gibt's sogenannte Klimakafés wo Leute zusammenkommen und gemeinsam über ihre Gefühle und gerade diese traurigen Trauerwut Angst Lehre, Überforderungen und so weiter sprechen.
00:14:02: Ich war auch letzten Sommer auf dem Kollapscamp das ist ja auch ein Teil aus der Klimabewegung die da so ein ganzes Camp organisiert haben wo es darum geht den... Die Kollapse sage ich jetzt mal ernst zu nehmen und zu merken dass viele Sachen nicht mehr so weit er funktionieren werden wie sie jetzt gerade funktionieren.
00:14:16: Und da habe ich zum Beispiel auch so einen Workshop angeboten zum Thema Den Schmerz um die Welt teilen.
00:14:22: Das war einfach eine total intensive Zeit diese eineinhalb Stunden damit anderen das auszusprechen, was auf dem Herzen liegt.
00:14:31: Und jetzt doch ohne dass es in den Kalenderspruch geht wie drehen wir's?
00:14:40: Ich weiß nicht ins positive kann ich... ich kann Artensterben nicht einfach ins positive drehen.
00:14:47: Ich kann aus Wut glaube ich Motivation ziehen und sei es zur nächsten Demo zu gehen.
00:14:55: Ich glaube,
00:14:56: wenn
00:14:57: ich nur aus Wutmotivation ziehe, wäre ich irgendwann zu so einem ganz
00:15:01: unangenehmen Wutbürger.
00:15:03: Also vielleicht braucht es manchmal eine radikale Wut für bestimmte Protestformen.
00:15:08: Das ist aber nicht für uns alle was?
00:15:12: Ich glaub da musst du der Typ dafür sein die Typen...
00:15:17: Ich brauche
00:15:17: ein bisschen positiv drehen damit ich irgendwie Bock auf ne Zukunft habe für die ich mich einsetzen will.
00:15:25: Was sind da Gedanken dazu?
00:15:26: oder wie kriegen wir es aus dem Trauerraum dann in eine gute Energie?
00:15:31: Also ich kann das total nachvollziehen, mir geht das ja auch so.
00:15:35: Meine Erfahrung ist wenn wir diesen Raum schaffen für diese schweren Gefühle Dass sich dann irgendwas transformiert.
00:15:43: Ich kann das nicht genau erklären, also ich kann es versuchen zu erklären zum Beispiel dass unser Nervensystem sich beruhigt wenn wir merken andere machen sich auch Sorgen um die Zukunft der Welt und sie sind auch traurig Dann fühlen wir auf einmal eine Art von Gemeinschaft Die zwar eine gemeinschaft in Trauer ist aber die gemeinschaft ist Und das hat was ganz Auf eine gewisse Weise entspannendes Und daraus kann dann auch wieder Kraft werden zu handeln.
00:16:06: Also mein mein Plädoyer an der stelle wäre wirklich dafür in diesen Raum zu gehen, wo wir gemeinsam uns auch von unseren schweren Gefühlen erzählen und die so ein Stück weit zeigen.
00:16:20: So weit es halt für uns passt ja das muss man ja gucken passt mit wem?
00:16:23: Und dann transformiert sich da irgendwas ohne dass wir das ganz aktiv machen.
00:16:28: Das ist irgendwie wie schon ein bisschen geheimnisvoll oder so, dass da in der Regel die Leute wirklich eigentlich Also in zu aller größten Zeit gehen die Leute mit mehr Energie wieder raus aus diesen Trauerräumen, als sie reingegangen sind.
00:16:41: Obwohl es eigentlich um Trauer geht und ich habe noch einen Gedanken dazu.
00:16:47: Und zwar diese schweren Gefühle, die sind ja immer... nur eine Seite der Medaille und die Rückseite davon, also zum Beispiel.
00:16:54: Die Rückseiten von Trauer ist Liebe weil wir trauern nur um das was wir lieben.
00:16:59: oder die Rück- seite von Angst is Mut Weil wir zeigen diese Angst nur wenn wir auch... Also wenn wir diese Angst zeigen, die wir haben um die Welt oder um anderes dann ist es auch ein Zeichen vom Mut anderen überhaupt daran anteilt.
00:17:17: oder wenn wir wütend sind, das ist ja auch so ein schönes Beispiel.
00:17:19: Das hast du auch ein paar mal genannt jetzt hier!
00:17:20: Wenn wir wüten sind dann hängt es mit unserer Leidenschaft für Gerechtigkeit zusammen weil wir wollen dass die Dinge gerecht sind, dass sie fair sind und wenn Sie das nicht sind dann werden wir wüdend.
00:17:31: also auch diese schweren Gefühle tragen in sich was total Schönes.
00:17:36: Oder auch die Lehre, sage ich jetzt mal so.
00:17:38: Aus der Lehre kann etwas Neues entstehen.
00:17:39: oder diese Lehre und Überforderungen, die entsteht halt manchmal weil wir einfach als Menschen begrenzte Wesen sind.
00:17:44: aber wenn wir diesen Moment aushalten dann kann sich das auch wieder verflüssigen und anders werden.
00:17:50: also insofern steckt auch in diesen sogenannten negativen Gefühlen Lebenskraft Gibt es halt noch diesen schönen Begriff des Schmerzes um die Welt?
00:17:58: Ich finde das wirklich so stark, weil das ist für mich sozusagen Pondort zu diesem Trauerbegriff, wenn's um individuelles geht.
00:18:05: Es war für mich echt so ein Aha-Erlebnis zum Erken.
00:18:07: Ah ja!
00:18:07: Da gibt es diesen Begriff und das beschreibt einen Gefühl was ich habe, wenn ich z.B.
00:18:11: Zeitung lese... was auch mit Trauer zu tun hat und mit all diesen Sachen.
00:18:15: Und die Trauerphasen, damit nicht allein sein usw.. Das finde ich ganz schön!
00:18:20: Und diese Trauerarbeit, mit der das Vieles aufhören wird in unserer Gesellschaft, was wir an Gewohnheiten haben oder was manche Leute in unsere Gesellschaft mit gutem Leben verbinden... Ich glaube, dass ist echt notwendig.
00:18:37: Da kann man auch ein bisschen kreativ sein, weil da gibt es noch gar nicht so viel.
00:18:41: Oft ist es ja so, ich meine du hast es von auch mit den Wutbürgern angesprochen.
00:18:45: Ich glaube dass wenn wir nicht keinen Raum haben zum Trauern dann werden wir leicht wütend.
00:18:49: also Wut kann dann so ein Ausgleichsgefühl sein.
00:18:55: und gerade weil auch Trauer nicht anerkannt ist in unserer Gesellschaft Trauer gilt als schwach Trauer und Weinen z.B.
00:19:03: auch gilt Weiblich, ne?
00:19:06: Also es ist irgendwie... Es ist nicht stark.
00:19:08: Wenn jemand weint vor Leuten dann ist das nicht sozusagen Boah was hat die Person für eine große Liebe für die Welt?
00:19:13: oder wovon sie gerade spricht sondern es ist so wie oh der verliert seinen Continous und er ist nicht hart und stark und rational und was weiß ich.
00:19:20: so ja aber dabei ist es total menschlich diese Gefühle auch zu spüren und deswegen voll die Einladung des an uns zu tun und vielleicht auch wirklich solche trauerartig wird's halt nicht so nennen weil dann kommen auch die Leute nicht die man dafür braucht zu picken und sagen, ja das war jetzt eine Ära wo das zum Leben dazugehört hat.
00:19:41: Und wo das Startungssymbol war.
00:19:43: aber die Welt ändert sich und wir müssen uns neue Startesymbole suchen oder gucken welche Bedürfnisse dahinter stecken und wie wir die Anders befriedigen können.
00:19:53: Wir sind schon am Abschluss!
00:19:58: Ich habe noch drei Sätze für dich.
00:20:00: Okay
00:20:01: ich hab aber nur den Anfang.
00:20:03: Du darfst den Satz immer zur Ende führen.
00:20:09: Wenn ich auf dem Steg der Villa sitze, denke ich...
00:20:13: Ach ist das schön hier!
00:20:17: ...wenn ich mal absolut keine Lust auf Arbeit habe dann...
00:20:22: Dann suche ich was zum Essen in der Wohnung und esse es dann auch.
00:20:30: Die Welt von morgen wird besser als die Welt von heute weil...
00:20:40: Weiß ich nicht.
00:20:42: Würde ich jetzt so nicht zu Ende führen wollen oder können, aber... Ich würde sagen es lohnt sich total auf unsere eigene Lebendigkeit zu achten und auch Trauer-und Unwissenheit für den Moment sind Teil der von Lebendlichkeit.
00:20:59: Das war das letzte Wort!
00:21:04: Sehr gerne!
00:21:06: Vielen Dank insgesamt dir für deine Zeit.
00:21:08: Wir freuen uns, dass du hier warst.
00:21:11: Vielen
00:21:12: Dank für diese schönen Fragen und dieses tiefe Gespräch.
00:21:15: Daniel Danke!
00:21:17: Lass uns noch einen Moment Zeit zum Nachdenken über dieses Gespräch nehmen.
00:21:23: Ich wollte wissen wie wir mit Trauer umgehen können Mit der Trauer die wir vermutlich alle haben wenn wir gerade auf eine Welt mit Atemsterben und Klimakrise blicken.
00:21:35: Wir sind in dem Podcast sogar mit der These eingestiegen das Trauer Energie geben kann.
00:21:42: Lioba stellt die Wichtigkeit von Räumen und Gelegenheiten, um gemeinsam zu Trauern heraus.
00:21:48: Was die Kirche da institutionalisiert bei einer Beerdigung anbietet, fehlt uns innerhalb der BNE – aber die Trauer ist ja trotzdem da!
00:22:00: Ich
00:22:00: denke wir sollten Trauer häufiger zulassen und aushalten statt sie einfach wegzumoderieren….
00:22:11: Trauer auch manchmal ehrlicher als das schnelle nächste Warm-up Spiel, dass bestimmt allen Spaß macht.
00:22:19: Ich jedenfalls nehme mir vor traurkünftig mehr Raum zu geben und einfach darauf zu vertrauen, dass eine Energie aus ihr entsteht.
00:22:28: Noch ein zweiter Gedanke!
00:22:31: Wütend sind wir weil wir uns nach Gerechtigkeit sehnen.
00:22:34: Wir wollen, dass die Welt das unsere Gesellschaft gerecht ist.
00:22:39: Und dann darf Ja, manchmal muss man vielleicht sogar wütend sein.
00:22:43: Wenn Regierungen eher für die Lobby der Kohle- und Gasindustrie arbeiten als für die Gerechtigkeit auf der Welt Und dann kann aus der Emotion Wut auch Widerstandskraft entstehen Kann also auch was Gutes sein.
00:22:59: Jetzt bin ich aber total gespannt.
00:23:01: Was denkt ihr zu dieser Folge?
00:23:04: Weder ich noch meine GesprächspartnerInnen Hier haben ja den Anspruch irgendwie Der Weisheit letzten Schluss hier von sich zu geben.
00:23:12: Wir wollen zum nachdenken und zum diskutieren anregen, das ist schwierig in dem Podcast.
00:23:16: ich weiß für die Hörerinnen aber schreibt doch mal unter eine Folge.
00:23:23: wie fandet ihr das?
00:23:24: Schreibt mir gerne eine Mail usw.
00:23:26: oder kommt einfach mal live in die Villa Forde.
00:23:30: schaut vielleicht passt die Weiterbildung zur politischen Kompetenzen der BNE oder unsere Methodenwerkstatt zu euch.
00:23:38: klickt einfach Mal auf www.
00:23:41: So viel für heute.
00:23:44: Ich bin Daniel Wunderer und freue mich, wenn ihr auch im nächsten Monat mit dabei seid –
00:23:51: nachhaltig nachgedacht!
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